Ich packe meinen Kopf!

Bildungsreise in die Zukunft
Recherche 2014 | Reise 2015

Fragt man Eltern, was sie sich für ihre Kinder wünschen, heißt es: sie sollen glücklich sein. Doch was muss heute ein Kind lernen, damit es gut durchs Leben kommt? Niemand kann in die Zukunft schauen. Wir wissen nicht, wie die Welt für uns und die nächsten Generationen aussehen wird. Sicher ist, dass Technologie, Umweltprobleme, Ressourcenknappheit, Zivilisationskrankheiten, Bevölkerungswachstum u.v.m. die Weichen für die Zukunft stellen werden und der technologische Fortschritt immer weitere Chancen eröffnen, gleichzeitig aber auch immer problematischere Entwicklungen in Gang setzen wird. Die Welt wird sich immer schneller verändern.

Bei einer Konferenz zu zukünftigen Lebensweisen, kommt der renommierte Gehirnforscher Gerald Hüter zum Fazit: „Wer glücklich ist, kauft nicht!“. Wäre es nicht, ein Ansatz für eine nachhaltige Zukunft, herauszufinden, wie wir unsere Kinder zu glücklichen Menschen machen? Ich habe in den letzten vier Jahren im Rahmen meines nachhaltigen Kunstprojekt „Stadt macht satt“ miterleben dürfen, dass das funktioniert. Bei „Stadt macht satt“ geht es darum, mit Essen Gutes für dich und die Zukunft zu tun. Ich hätte nie, nie, nie gedacht, dass mit einfachsten Mitteln Kinder glücklich gemacht und zu nachhaltigen Handeln animiert werden können.

Nächstes Jahr kommt meine Tochter in die Schule. Seit ich fasziniert mein Kind lernen sehe, frage ich mich, ist der heute vorherrschende Ansatz von Schule der richtige für die Zukunft?
Ich war mit offenen Augen mit „Stadt macht satt“ in vielen verschiedenen Schulen in Berlin. War beindruckt von der Vielfalt, von Engagement, von Ideen und Projekten. Aber ich spürte überall auch Druck, Stress und Angst. Gift fürs Lernen.

Um deinen ureigenen Weg zu finden, musst du deiner Freude folgen.
Joseph Campbel

70% unserer Kompetenzen lernen wir, laut Thomas Lang von Wins, außerhalb der Schule. In Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm „alphabet“ heißt es: „98% aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2%“. 60000 Gedanken haben wir gemäß dem Mediziner Deepak Chopra täglich. 95 % der Gedanken von heute sind jedoch identisch mit denen von gestern.
Diese Fakten werfen Fragen auf: Wie, wo und was müssen wir lernen? Der Mensch freut sich am Lernen ein Leben lang. Die Möglichkeit und Notwendigkeit in unserer Wohlstandsgesellschaft die Potentiale zu entfalten, die in jedem von uns stecken, erscheinen mir riesengroß und zum großen Teil nicht genützt.

Was brauchen wir und unsere Kinder als gutes Rüstzeug für eine gute Zukunft?

Daran möchte ich mit meiner Familie ansetzen und eine experimentelle Bildungsreise in die Zukunft unternehmen. Wir wollen als drei Menschen unterschiedlichen Alters (5 Jahre, 41 Jahre, 51 Jahre), unterschiedlicher Lerntypen (kreativer Lerntyp, unabhängiger Lerntyp, teamorientierter Lerntyp) und Bildungswegen (bis jetzt keine Schule | Hauptschulabschluss | Abitur und drei abgeschlossene Studien) uns auf die Suche begeben, wo und wie wir am besten lernen und was wir für die Zukunft brauchen. Wir wollen uns, unser Leben, unser Lernen für eine Zeit lang ganz neu denken, unsere Potentiale entdecken und sie zu entfalten lernen.

Wir wollen aber nicht nur uns, sondern auch andere Menschen, Experten und Visionären in Deutschland und Europa fragen, wie wir in 15-30 Jahren leben und arbeiten werden, welches Wissen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen wir dazu brauchen und wie Schule, unser Leben und unsere Arbeit für dieses Lernen aussehen muss.

Welche Grundfragen sollen unsere Reise leiten?

  • Wie werden wir uns ernähren, wohnen, leben? (Grundbedürfnisse/ Gesundheit/ Nachhaltigkeit)
  • Was und wie werden wir arbeiten? Wie viel Erwerbsarbeit wird es geben und welche anderen Formen von Arbeit (Eigenproduktion durch neue Technologie, Ehrenarbeit…)
  • Wie wird die Wirtschaft aussehen? Wie global oder regional wird unserer Handel(n), Arbeit und Versorgung sein?
  • Wie werden Gesellschaftsentwicklung, Zusammenleben und kulturelle Werte aussehen?

Wir werden im Vorfeld ein paar Forscher, Visionäre und Experten für diese Fragen aufsuchen und je nach dem, was wir erfahren, Orte suchen, wo wir das Erlernen oder mehr dazu erfahren können. Dementsprechend werden wir keine genaue Route noch uns im Vorfeld einen genaueren Reise- oder „Lehrplan“ machen. Jeder von uns hat zwei, drei ganz konkrete Dinge, die er/sie schon lange Lernen wollte und uns für unsere Zukunft wichtig erscheinen. Es soll wirklich eine offene, ganz persönliche Reise mit objektivierenden Ansätzen werden, die vielen anderen Denkanstoß und –raum werden kann.

Machen wir uns gemeinsam auf den Weg?

Auf diese mehrmonatige Bildungsreise durch Deutschland und Europa voraussichtlich 2014/ 2015 wollen wir in verschiedenster Form dokumentieren: mit Kurzinterviews, Fotos, Bildern, Lerntagebüchern, zusammentragen von Zukunftslernstoff etc.
Alle, die wollen können virtuell mitreisen und teilhaben. Wir schenken die Zeit, Offenheit und Leidenschaft, wir brauchen aber Menschen, die uns mit Geld unterstützen, damit wir uns diese Zeit und den Denkfreiraum nehmen können.
Wir schätzen, wir benötigen ca. 1500 € / Monat.

Mehr Infos:
Anja Fiedler
kontakt@anja-fiedler.de

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