Werkstatt Ernährungs- und Verbraucherbildung lädt Stadt macht satt ein

Zur 6. Werkstatt Ernährungs- und Verbraucherbildung am 13.03.2012 trafen sich die Werkstatt-Teilnehmerinnen in der Anna-Lindh-Schule im Berliner Bezirk Wedding zum Thema „Ernährungs- und Verbraucherbildung im Lernort Schulgarten“.

Die Anna-Lindh-Schule hat, wie insgesamt ca. 270 Berliner Schulen, einen Schulgarten. Frau Orthen-Richter, Gastgeberin der 6. Werkstatt und  Lehrerin der Anna-Lindh-Schule, stellte den Teilnehmenden bei einer Führung das großzügige und naturbelassene Außengelände der Schule inklusive des Schulgartens vor und gab einen aktuellen Einblick in die Vorhaben rund um den Schulgarten.

Im Anschluss informierte Herr Krüger-Danielson, vom Schul-Umwelt-Zentrum Mitte (SUZ), über die Gartenarbeitsschulen in Berlin als Traditionseinrichtungen, die es bereits seit 250 Jahren gibt.
Das SUZ Mitte bewirtschaftet eine Fläche von derzeit 45.000 m² an drei Standorten und versteht sich als Ansprechpartner für Schulgartenprojekte im Bezirk.

Schulen können mit dem SUZ auf unterschiedliche Weise zusammenarbeiten. Das Angebot reicht von „Gartenarbeit pur“ über fächerübergreifende Themen wie „Bodenkunde“ bis hin zu „vom Beet auf den Tisch“ und Beratung bei der Anlage und der Betreuung eigener Schulgärten.
Schulen und Schüler/-innen können sich im SUZ über die Gartenarbeit mit pflanzlichen Lebensmitteln und ihren Qualitätsmerkmalen wie ökologisch, regional und saisonal auseinandersetzen oder auch Anbau-, Verarbeitungs- und Lagerungsmethoden kennen lernen.
Weitere Themen, die je nach Klassenstufe relevant sind, können die biologische Vielfalt, Ökologie und Gartenbau sowie die Geschmacksbildung sein. Informationen zum SUZ erhalten Sie unter hier.

Anja Fiedler, Künstlerin und Gründerin des Projekts „Stadtmachtsatt“ bereicherte die Werkstatt mit Ausführungen zu ihrem innovativen Projekt, das den Anspruch hat Kunst, Bildung und nachhaltige Entwicklung zu verknüpfen und das mittels urbaner Landwirtschaft einen Gegenentwurf zur globalen Lebensmittelproduktion darstellt. Damit reagiert das Projekt auf die Entfremdung von Lebensmitteln bei Städtern. „Durch das eigene Ackern, Anbauen, Ernten und Kochen kommen wir Städter wieder der Natur und unseren Lebensmitteln ein Stück näher“, berichtete Frau Fiedler. Die Herausforderung des „urban gardening“ besteht im Selbstanbau auf kleinstem Raum und mit einem geringen Zeitaufwand.

Zurzeit unterstützt Frau Fiedler eine Schülerfirma im Bereich Nahrungsmittelverarbeitung der Kastanienbaum-Grundschule in Berlin Mitte sowie die AG „Urbanes Gärtnern“ der gleichen Schule. Mit den Schülern macht sie mit essbaren Wänden, Salat- und Gartenbäumen, windowfarming, Kartoffeltürmen und vielem mehr die Stadtschule grün und essbar.

Nach der Mittagspause begann der praktische Teil der Werkstatt, als Anregung für die  Unterrichtsgestaltung in Schule und Schulgarten: Herr Krüger-Danielson machte beispielhaft an Äpfeln, Kartoffeln und Kräutern die Arten-, Sorten- und Geschmacksvielfalt deutlich. Er gab Hinweise zu Anbau, Lagerung, Vermarktung und Verarbeitung und ging dabei auch auf oftmals divergierende Interessen von Handel und Verbrauchern ein.

Die Teilnehmerinnen der Werkstatt EVB hatten im Laufe von 6 Treffen die Gelegenheit, umfassende Informationen und Praxiseinheiten zur Ernährungs- und Verbraucherbildung kennenzulernen und zu erproben. Der nächste Termin soll dazu dienen, alle Themen mittels des Referenzrahmens nach REVIS zu ordnen und strukturiert und aufeinander abgestimmt in ein schulinternes Curriculum einzubauen, damit die teilnehmenden Schulen langfristig die vielen Inputs nutzen und davon profitieren können.


http://www.vernetzungsstelle-berlin.de/22+M5498ee048b8.html?&tx_ttnews[month]=03&tx_ttnews[year]=2012

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